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Fernbusse – die wahren Gründe für die Liberalisierung des Fernbusmarktes


Seitdem 1.1.2013 wurde seitens der Politik per Gesetz quasi ein komplett neuer Reisemarkt erschaffen,
die Rede ist von der Möglichkeit mit überregionalen Busverbindungen zu reisen.

Der Preisvorteil für die Verbraucher/innen hat sich durch die hohe Konkurrenz im Fernbus Segment als positiver Nebeneffekt erwiesen. Berlin – Hamburg bequem und relativ “sicher” zum Kampfpreis von 9€ bereisen? Kein Problem, dank den neuen Fernbus Anbieter welche besonders gerne Ballungszentren wie Freiburg, München, Frankfurt am Main, Köln, Dortmund, Berlin, Bremen und Hamburg auf ihren Busrouten ansteuern. Die Zielgruppe ist klar definiert, wie man bei einigen Online Reportagen auf YOUTUBE sehr gut erkennen kann: Menschen mit schmalen Budget z.B. Studierende Menschen und (jetzt kommt der Clou) auch Rentner/innen setzen vermehrt auf die neue Reisemöglichkeit der Fernbusse.

Erstes Fazit aus der Liberalisierung des Fernbus Marktes:

Zusammengefasst lässt sich resümieren: Zielgruppe der Politik sind die Leute mit schmalen Budget welche bereits vorher anstatt mit dem teuren Schienenverkehr per Mitfahrgelegenheit oder Mitfahrangeboten gereist sind: Student/innen, Schüler/innen, sozial schwache Menschen, preisbewusste Arbeiter/innen sowie ganz neu im Angebot: Rentner/innen.

 

Die Fernbus Markt Liberalisierung -Foto:Mitfahrangebot.de

Ich behaupte als Mitfahrzentrale Betreiber des Mitfahrangebot Netzwerkes, dass letzter gesellschaftliche Gruppe gegenüber Mitfahrgelegenheiten bisher Kontaktängste hatte, da die Fahrer/innen aus jüngeren Altersgruppen stammen und auch die Kontaktaufnahme zu 99% über das Internet stattfindet. Als Fahrer hatte ich ältere Mitfahrer über 50 Jahren ganz selten, vielleicht 1-2 Personen in 5 Jahren aktiver Mitfahrangebot Anbieter Erfahrung.

Die wahren Gründe hinter der Fernbus Markt Lockerung

Leider wäre es naiv anzunehmen, dass unsere Politik neue Gesetze und Regulierungen erlässt nachdem Gutmenschen Prinzip. Wie immer in unserer kommerziellen Gesellschaft geht es um das liebe Geld und um die Absicht Gewinn zu erzielen (aus Sicht des Staates heißt das: Steuereinnahmen).

Nehmen wir leicht negativ an, jede Woche wurden pro Woche 100.000 Mitfahrgelegenheiten von Menschen die einfach nur sparen wollten gebucht. Der Schienenverkehr hatte bisher immer unverschämte Preise, welche sich in Zeiten von Hartz4 und Wirtschaftskrise im regelmäßigen Turnus (z.B. jedes Wochenende) nicht mal mehr mit gutem Gewissen die besser verdienende Mittelschicht leisten konnte.

100.000 mal pro Woche wurde somit Geld bezahlt für Mitfahrplätze und 100.000 mal hat der Staat daran keinen Cent Mehrwert Steuer verdient, mal abgesehen von der Mineralölsteuer aber der Preis für das Mitfahren ging komplett “schwarz” in die Tasche der Fahrer/innen.

Die Fernbus Markt Liberalisierung: der Staat möchte an Reise Umsätze ebenfalls mitverdienen, also an Geldern welche bisher wöchentlich schwarz und unter der Hand zwischen Mitfahrern und Fahrern wechselte. Foto: Mitfahrangebot.de

Milliarden  Umsätze am Staat vorbei

Halten wir uns vor Augen, dass parallel dazu die Züge und Bahnen eher schwach ausgelastet waren und die Bürger/innen stattdessen ihre Reisemöglichkeiten online per Mitfahrzentralen buchten und somit von günstigen Preisen profitierten, leider an den Kassen des Staates vorbei. Verluste bei den Steuereinnahmen waren die Folge und dies wollte man langfristig nicht mehr hinnehmen…

Mit dieser bitteren Realität konfrontiert (Menschen Massen die in Gruppen schwarz und per Auto die Republik bereisen und Bahnen meiden) war die Politik im Zugzwang. Wie kann man doch noch diese Zielgruppe in Sachen Steuereinnahmen abschöpfen? Die Idee war geboren, den überregionalen Reiseverkehr per Fernbus zu liberalisieren um somit den Staat wieder fleißig mitverdienen zu lassen an Mehrwertsteuer, Unternehmenssteuer und als positiver Zusatzeffekt gibt es ein paar arbeitslose Buslenker/innen weniger an der Stelle wo früher Händeklatschend semi-professionell schwarzarbeitende Berufskraftfahrer in Ihren Personen Transportern die Routen zwischen den Ballungszentren befuhren. Just my 2 Cents… ;-)

Die Situation heute – 1,5 Jahre nach der Revolution am Fernbusmarkt

Die Mitfahrgelegenheit-Landschaft hat sich heute komplett geändert und Fahrer/innen fast egal auf welchen Online Plattformen parallel das Mitfahrangebot inseriert wird beklagen einen massiven Rückgang und Einbruch an belegten Mitfahrplätzen. Nicht verwunderlich, denn mit Kampfpreisen wie es die Fernbusse anbieten pro hundert Kilometern 3 bis 4 € kann kein privater Anbieter von Fahrgemeinschaften mithalten. Um ehrlich zu sein, würden viele Leute lieber leer fahren und sich den “Smalltalk Stress” laut einer Umfrage sparen. Weniger Personen- sowie Gepäck Gewicht verursachen außerdem weniger Spritkosten. Mitfahren lassen zum Dumpingpreis ist im Ernstfall ein Verlust Geschäft. ;-)

Fernbusse gegen Mitfahrgelegenheiten in Autos oder Fern Busse verdrängen die Autos im klassischen Mitfahrgelegenheiten Segment - in einem Bild beide "Parteien" festgehalten - Foto: Mitfahrangebot.de

Ein Ausblick in die Zukunft:

Eines ist sicher, der Preis reguliert in der freien Marktwirtschaft die Nachfrage und solange Dumpingpreise im Fernbus Wettbewerb vorherrschen werden es Mitfahrzentralen auf dem Deutschen Markt sehr schwer haben die breite Massen für sich zu begeistern. Ich wage zu behaupten, dass es in Zukunft “normal” sein wird wie das eigene Smartphone, dass Menschen instinktiv auf den Fernbus zurückgreifen werden anstatt wie (bisher) instinktiv auf Mitfahrzentralen. Die klassische Mitfahrgelegenheit hat unter diesen Rahmen Bedingungen am überregionalen Fernbusmarkt in Deutschland ausgedient. Wohl auch deshalb hat einer der ältesten deutschen Mitfahrzentralen vor einiger Zeit auch das kostenpflichtige Buchungssystem eingeführt, weil durch Werbe Einnahmen werden in Zeiten der Fernbus Revolution mit einer Online-Mitfahrzentrale keine nennenswerten Einnahmen mehr erzielt.

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